Mark A. Carden
von der HwK OWL zu Bielefeld öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger
                                      für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
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Was ist eine "Weiße Wanne" und ist diese wirklich wasserdicht?
 
Eine Weiße Wanne ist eine Betonkonstruktion, die ohne weitere Abdichtungsmaßnahmen wasserundurchlässig ist. Wasserundurchlässig ist aber keineswegs wasserdicht, so sehr das den Laien auch verblüffen mag.

Für den Bau von Weißen Wannen gibt es keine DIN-Normen, wohl aber für die Beschaffenheit des Betons und für die Berechnung durch den Tragwerksaplaner. Des Weiteren gibt es mit den DBV Merkblättern (Deutsche Beton Verein), der  DafStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Baukörper aus Beton – 11/2003“ und weiteren anerkannte Printmedien genügend Fachliteratur, um die Richtigkeit der Weißen Wanne als Konstruktion sicher planen und / oder beurteilen zu können.

Seit dem Erscheinen der DafStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Baukörper aus Beton – 11/2003“ gelten Weiße Wannen somit als geregelte Bauteile.
Fachlich richtig geplante und ausgeführte Weiße Wannen sind anerkannte Regeln der Technik.

Während bei der Schwarzen Wanne kein (kaum) Feuchtigkeitstransport von außen nach innen stattfindet (oder stattfinden sollte), findet bei Bauteilen als Weiße Wanne ein Feuchtetransport durch Dampfdiffusion und kapillare Wasserwanderung statt.
Hinsichtlich der Menge des Feuchtigkeitsdurchtritts und der damit einhergehenden Gefahren, besteht zurzeit noch keine einhellige Meinung unter den Fachleuten.
[siehe hierzu z.B.: DAfStb-Positionspapier zum „Feuchtetransport durch WU-Konstruktionen“ und dem Zementmerkblatt „H10 Wasserundurchlässige Betonbauwerke 05/2006“]

Der Bau einer Weißen Wanne ist nicht unproblematisch, weil der Bauunternehmer sehr exakt arbeiten muss. Völlig rissfrei sind die Wände und die Sohle der Weißen Wanne dennoch nicht herzustellen, wobei diese Risse auf eine unschädliche Breite zu beschränken sind. [siehe: DAfStb - WU - Richtlinie 8.5.2 Tabelle 2]

Alles in allem ist die Weiße Wanne so konstruiert, dass geringe Feuchtigkeitsmengen (Dampf) von außen nach innen dringen, dort aber abtrocknen können. Verschwinden die dunklen Stellen, die Feuchtigkeit anzeigen, nicht aus dem Beton oder lassen sich sogar dauernd leicht feuchte, glänzende Stellen ausmachen, so funktioniert entweder die Lüftung im Keller nicht einwandfrei (die Feuchtigkeit kann also aufgrund zu hoher Luftfeuchtigkeit nicht abtrocknen) oder die Weiße Wanne ist fehlerhaft ausgeführt worden. Ob dieses dann aber ein Mangel ist, ist auch abhängig von der „Nutzungsklasse“.
Bei „Nutzungsklasse B“ wären solche „feuchte bedingten Dunkelfärbungen“ (auch Wasserperlen) im Gegensatz zur „Nutzungsklasse A“ zulässig.

Konstruktionsmerkmale einer „echten“ Weißen Wanne

Häufig werden Keller, die aus Beton hergestellt wurden, als Weiße Wanne bezeichnet. Allerdings ist festzustellen, dass diese Bezeichnung bei weitem nicht alle aus Beton hergestellten Konstruktionen verdienen. Auch die Verwendung des früheren WU-Betons (geändert mit den neuen Normen DIN 1045 und DIN EN 206, nun „Beton mit hohem Wassereindringwiderstand“) alleine erfüllt nicht die Anforderungen an einer Weißen Wanne.

Überarbeitet 07/2007

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